Andrea Jörg - Verkauf, Training & Beratung, Kommunikation & Management

 

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Verkäufer kann man trainieren - Kunden nicht!


Grafik ServiceWüste


Die Fakten

Die Service-Qualität in Deutschland sinkt laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Marketing Corporation weiter.
64 Prozent der Bundesbürger fühlten sich erst kürzlich in einem Supermarkt, Restaurant, beim Einkaufen oder in der Werkstatt unzureichend bedient oder unhöflich behandelt. (Quelle: SZ, 19. 04. 2004, S. 19)

Im Hotel - Text eines enttäuschten Hotelgastes

Sie kennen mich. Ich bin ein netter Gast. Ich beklage mich nie.
Wenn mir niemand bei meiner Ankunft mit meinem Gepäck behilflich ist und auch kein Gepäckwagen im Hotel zur Verfügung steht, sage ich kein Wort.
Am Empfang warte ich geduldig, auch wenn ich wie am Postschalter abgefertigt und mit „Computerblick eingecheckt" werde, bleibe ich höflich und zuvorkommend. Die „Begrüßungsfrage": „wie wollen Sie zahlen?“ ist wohl in dieser Branche üblich, also akzeptiere ich sie.

Wenn die Kellner im Restaurant ja so viele andere Tische bedienen müssen und mich glatt übersehen, nehme ich auf meine Mitmenschen Rücksicht. Nie beschwere ich mich. Auch wenn nach langer Wartezeit das teure Essen lauwarm, lieblos angerichtet und eher hergeschleppt als serviert wird, bleibe ich ruhig und zeige Verständnis für die Probleme der Gastronomie.

Überall im Hotel werde ich als „Nummer" behandelt und fühle mich unwichtig, ersetzbar - ja für viele Mitarbeiter nahezu lästig.
Nie kritisiere ich. Es würde mir nicht im Traum einfallen, wie andere Leute in der Öffentlichkeit eine Szene zu machen. Das ist ja so albern. Ich bin ein netter Gast.

Ich will Ihnen aber auch sagen, was ich noch bin.
Ich bin der Gast, der nie wieder zurückkommt.
Das ist meine kleine Rache dafür, dass man mich kaum beachtet.

Gewiss, auf diese Weise kann ich meinem Ärger nicht gleich Luft machen, aber auf lange Sicht ist dies eine viel tödlichere Rache. Wer zuletzt lacht, lacht am besten, sagt man. Ich lache, wenn ich sehe, wie sie wie verrückt Geld für Werbung ausgeben, um mich zurückzuholen. Dabei hätten sie mich doch von Anfang an mit ein paar netten Worten und einem freundlichen Lächeln behalten können!
(Quelle: www.schlechte-produkte.org)

An der Tankstelle

An einer Tankstelle passierte mir neulich Folgendes: Ich hatte getankt und ging in den Shop zur Kasse. Der Miniladen war menschenleer, und selbst ein Kassierer war weit und breit nicht zu sehen. Ich hustete laut. Es ließ sich niemand blicken.
Ich rief: „Hallo? Jemand da?“

Im Hinterraum, der durch einen schmalen Durchgang zu erreichen war, hörte ich eine Männerstimme und dann ein Türquietschen. Die Stimme wurde lauter und jemand kam nach vorn. Ein großer, südländisch aussehender Mann von vielleicht 25 Jahren, in Baggyhosen und Kapuzen-Sweatshirt ging mit dem Handy am Ohr und arabisch oder türkisch palavernd an mir vorbei zur Kasse.

Er tippte irgendwas in die Kasse ein, ich zückte meine ec-Karte und reichte sie ihm rüber. Er palaverte weiter. Am Kartenterminal prüfte ich den Betrag, tippte meine PIN ein und bestätigte. Die Kasse ratterte und spuckte den Kassenbon aus. Der Kerl, der offensichtlich der Kassierer war, gab mir meine Karte zurück und danach den Kassenbon – immer noch ungestört weitertelefonierend. Ich prüfte kurz den Bon, er schwafelte weiter, und verließ das Kassenhäuschen. Der Kassierer ging telefonierend in den Hinterraum zurück. Vielen Dank für das Gespräch. (Quelle: www.20six.de, Frau Jott)


Im Kaufhaus

Besonders höflich und zuvorkommend behandelt fühlte ich mich vor einigen Tagen in einem Kaufhaus. Mit meiner Kollegin stand ich in der Uhrenabteilung vor einer abgeschlossenen Vitrine, in der Fossil-Uhren ausgestellt waren. Wir unterhielten uns, welche uns am besten gefiele und meine Kollegin war schon drauf und dran, sich ernsthaft für eine zu interessieren.

Plötzlich wurden wir zur Seite gestoßen und eine Verkäuferin machte sich, mit einer anderen Kundin plaudernd, am Schloss der Vitrinentür zu schaffen. „Unverschämt“, zischte meine Kollegin mir zu. Ich sagte nur: „Entschuldigung, dass SIE uns angerempelt haben!“ Die Verkäuferin unterbrach ihr Kundengespräch und starrte uns verständnislos an.

„Ja, Sie meine ich“ fuhr ich in ruhigem Ton fort. „Früher sagte man: ’Entschuldigen Sie bitte, ich müsste mal eben an die Vitrine’, und der Kunde machte freiwillig Platz. Jetzt schubst man ihn einfach zur Seite? – Nette Sitten haben Sie hier!“

Ich schnappte mir meine verdatterte Kollegin und wir ließen die Verkäuferin mit offenem Mund stehen. (Quelle: www.20six.de, Frau Jott)

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